Schnelle Ideen für den Snackteller
Am 31. Oktober beginnt der Nachmittag bei vielen Familien in der Küche. Die Kinder wollen Süßes, die Erwachsenen etwas Herzhaftes und schnell findet sich alles auf einem Brett wieder. Wir haben die Ideen zusammengetragen, die auf einem Snackteller gut aussehen und sich ohne große Mühe umsetzen lassen. Sie brauchen ein scharfes Messer, ein paar Zutaten aus dem Supermarkt und etwas Lust zum Gruseln.
Reformationstag und Halloween: woher beides kommt
Der Reformationstag erinnert an den 31. Oktober 1517. Der Überlieferung nach schlug Martin Luther an diesem Tag seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Die Thesen richteten sich gegen den Ablasshandel der Kirche und aus ihnen entwickelte sich die Reformation. In Sachsen-Anhalt ist der Tag seit 2018 gesetzlicher Feiertag.
Halloween hat jedoch eine ganz andere Herkunft. Die Kelten feierten in Irland und Schottland das Samhain-Fest, den Übergang vom Sommer zum Winter. In der Nacht zum 1. November galten die Grenzen zur Welt der Toten als aufgelöst. Die Kirche machte daraus später Allerheiligen, und der Abend davor hieß All Hallows‘ Eve. Im 19. Jahrhundert nahmen irische Auswanderer den Brauch mit in die USA, wo er sich zu dem Fest mit Kostümen, Kürbislaternen und Süßigkeiten entwickelte.
Beide Tage fallen auf denselben Abend, kommen aber aus zwei verschiedenen Welten. Der eine ist ein protestantischer Gedenktag, der andere ein Brauch aus der keltischen Herbstnacht, der über Amerika zurück nach Europa kam.
Gruselsnacks Schritt für Schritt

Spinnen aus Oreo-Keksen mit Brezel-Beinen
Für sechs Spinnen brauchen Sie sechs Oreo-Kekse, ein Tütchen essbare Zuckeraugen, Frosting oder geschmolzene weiße Schokolade als Kleber und zwischen vier und acht Salzstangen pro Spinne.
Die Augen kleben Sie mit einem Tupfer Glasur auf die schwarze Keksoberfläche. Die Stangen stecken Sie seitlich in die Cremefüllung, damit sie gut halten. Auf dem Brett wirken die Tiere, als seien sie gerade aus einer Ecke gekrochen, die niemand kontrolliert hat.

Gurkengesichter zum Fürchten
Schneiden Sie die Gurke in etwa einen Zentimeter dicke Scheiben, am besten aus dem dicken Mittelstück. Für die Augen nehmen Sie ein spitzes Küchenmesser und schneiden zwei Dreiecke oder Kreise aus, eines pro Auge, mit der Spitze nach innen. Der Mund ist ein breiter Schlitz oder ein Halbkreis, den Sie mit zwei, drei kurzen Schnitten herausholen. Wer Zähne will, lässt am oberen Rand ein paar kleine Zacken stehen, indem Sie den Mund nur bis zur Hälfte ausschneiden und dann Dreiecke entfernen.

Mumien-Würstchen mit Mandelnägeln
Wiener eignen sich dafür am besten. Ritzen Sie die Würstchen an einer Seite mehrmals ein, damit sie beim Erhitzen Knöchel bekommen, und stecken Sie an einem Ende eine halbe blanchierte Mandel als Fingernagel ein. Zum Schluss drücken Sie einen Klecks Ketchup an den unteren Rand. Auf dem Teller sieht es dann aus, als würde das Blut langsam über die Finger laufen.

Fledermäuse aus Oreo-Kekshälften
Eine Fledermaus besteht aus drei Oreos: einem ganzen als Kopf und zwei halbierten als Flügel. Die Flügel kleben Sie seitlich an, dann kommen die Augen darauf. Wer es fieser mag, schneidet die Flügel ungleich ein, dann sehen die Tiere aus, als hätten sie gerade eine Schlacht hinter sich.

Blutige Brezeln mit weißer Glasur
Sie brauchen Brezeln, weiße Kuvertüre und rote Lebensmittelfarbe oder Himbeersirup. Die Kuvertüre schmelzen Sie im Wasserbad, tauchen die Brezeln zur Hälfte hinein und ziehen mit dem Löffel rote Schlieren darüber. Lassen Sie die Brezeln auf Backpapier fest werden. Die Schlieren sehen aus wie frisches Blut, das in den Teig gelaufen ist.

Geister aus Spitzpaprika
Halbieren Sie rote Spitzpaprika längs, entkernen Sie sie und füllen Sie sie mit weißem Frischkäse. Mit zwei Zuckeraugen und einem kleinen Mund aus Schnittlauch oder einer dünnen Paprikascheibe entsteht der Geist, der aus dem Schatten schaut. Streichen Sie den Frischkäse glatt, dann wirkt die Füllung wie Nebel.

Kürbiskopf aus Paprika und Gurkenfratzen
Eine orange Paprika lässt sich schnell zum Kürbis machen. Schneiden Sie oben einen Deckel ab, entfernen Sie die Kerne und schnitzen Sie Dreiecksaugen und einen zahnigen Mund hinein. Gurkenscheiben bekommen mit dem Messer oder einem Ausstecher Fratzen, die im Licht der Esszimmerlampe grün schimmern.

Friedhofsboden für die Knabbersachen
Nüsse, Mandeln, Cracker und Salzstangen liegen zwischen den Süßigkeiten wie Knochen in der Erde. Streuen Sie Kekskrümel über das Holzbrett, damit der Boden dunkel und staubig wirkt. Das macht aus dem Brett eine Szene, und die Kinder greifen automatisch zu.
Warum Halloween in Deutschland (mittlerweile) dazugehört
Vor ein paar Jahrzehnten war Halloween in Deutschland kaum bekannt, heute stehen Kürbisse schon Ende September im Supermarkt. Das hat mehrere Gründe: Zum einen kommt vieles aus amerikanischen Filmen und Serien, die viele sehen und nachahmen wollen. Zum anderen bietet das Fest eine Gelegenheit, die Nachbarschaft zu erkunden und Nachbar*innen zu treffen, die man sonst nur im Treppenhaus grüßt. Wer an der Haustür klingelt und sich verkleidet, bringt sich ins Gespräch und die Kinder dürfen sich einmal im Jahr schaurig benehmen, ohne Ärger zu bekommen.
Dazu kommt der Herbst selbst. Im Oktober wird es früh dunkel, der Nebel liegt über den Dächern und Gruselgeschichten passen in diese Stimmung besser als im Sommer. Halloween ist für viele die letzte Gelegenheit, sich gemeinsam zu freuen, bevor der Winter ernst wird. Mit dem Reformationstag als Feiertag in Sachsen-Anhalt entsteht zusätzlich eine freie Zeit, in der Familien sich treffen und gemeinsam essen.
Viel Freude beim Gruseln
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