Neues Kunstprojekt in der Albert‑Vater‑Straße 29
Ein Giebel an der B1 bekommt ein neues Gesicht und Die Stadtfelder holt gemeinsam mit strichcode art Grafitti-Kunst an eine Straße, die schon mehrmals umbenannt wurde und trotzdem immer ihren Charme behalten hat.
Magdeburg, Stadtfeld Ost · Design aktuell in Arbeit
Warum diese Wand?
Magdeburg ist bunt wenn man genau hinschaut und Die Stadtfelder als Genossenschaft mischt fast überall mit, wo Wohnen für alle Generationen funktionieren soll. Auch diese Wand in der Albert-Vater-Straße 29 soll in unserer Vision ein Teil davon werden. Kein Vorbeifahren mehr an einer grauen, tristen Fläche, sondern Staunen und Grübeln über ein Bild, das bleibt. Und ganz ehrlich: auch unser GenossenSCHAF sollte einen Platz im Graffiti abgrasen. Am Giebel der Regierungsstraße 19 fliegt es schon mit Jetpack umher und taucht hier vielleicht wieder auf.
Der Standort ist ebenso kein Zufall: Wer mit dem Auto von Süden nach Magdeburg reinfährt, kommt hier oft als Erstes vorbei. Viele Autofahrer:innen wohnen gar nicht in der Stadt und sehen die Albert‑Vater‑Straße lediglich als Tor zur Innenstadt, noch bevor das erste Highlight der Stadt auftaucht.
Standort mit Geschichte & vielen Namen
Der Bezug zur Eisenbahn
Ein Teil der Bebauung an dieser Straße geht auf die frühere Wohnungsgenossenschaft Eisenbahn zurück. Bahnarbeiter und ihre Familien haben hier gewohnt, lange bevor die Stadtfelder als Zusammenschluss mehrerer Wohnungsgenossenschaften entstand. Diese Geschichte fließt in das Motiv mit ein, das man findet, wenn man genauer hinschaut.
Bevor wir mehr über die entstehende Kunst verraten, kommen erst die Fakten. Die Albert‑Vater‑Straße hieß nicht immer so und ihre Namen erzählen ziemlich genau, was in Magdeburg gerade politisch los war.
Vor 1913 – Steinkuhlenstraße
Der ursprüngliche Name stammt aus den Jahren der gründerzeitlichen Stadterweiterung. 1913 entsteht das neoklassizistische Eckgebäude Albert‑Vater‑Straße 87 / Schillerstraße 29 und ist bis heute ein Zeugnis dieser Epoche.
Nach 1918 – Hindenburgstraße
Nach dem Ersten Weltkrieg wird die Straße nach dem späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannt.
Nach 1945 – Landsbergstraße
Nach dem Zweiten Weltkrieg folgt die Umbenennung nach dem SPD‑Politiker Otto Landsberg. Pikant: Albert Vater hatte Landsberg 1921 wegen Hochverrats angeklagt. Die beiden waren politische Gegner.
1964 – Albert‑Vater‑Straße
Zum 105. Geburtstag des KPD‑Politikers und Magdeburger Arbeiterführers Albert Vater bekommt die Straße ihren heutigen Namen. In den 1980ern wird sie zusätzlich ausgebaut für die Straßenbahnanbindung nach Olvenstedt.
Heute – Teil der B1
Nach der Wende bleibt der Name Albert‑Vater‑Straße bestehen. Die Straße ist heute Teil der Bundesstraße 1 und eine der Hauptachsen in die Magdeburger Innenstadt.
Neue Balkone gibt es schon
Das Gerüst ist endlich Geschichte! Seit Anfang Juli können viele Mieter*innen in der Albert-Vater-Straße ihre neuen Balkone nutzen. Die Fundamente stehen, die Kellertreppen sind neu und die Fassadenarbeiten sind fertig. Die Gerüste haben wir komplett abgebaut. Wer monatelang also an Stangen und Planen vorbeigelaufen ist: Damit ist nun endlich Schluss. Bei gutem Wetter steht dem ersten Kaffee draußen nichts mehr im Weg.
Das Kunstwerk entsteht
Das war bereits ein kleiner Vorgeschmack. An dieser Stelle ein Dankeschön an Tobias Quast von H+Q Medien für die Foto- und Videobegleitung.
Strichcode art hat das Spraydosen-Lager aufgefüllt und nun geht es los.
Das Motiv entsteht gerade und sobald der Giebel fertig gestaltet ist, kommen Fotos auf diese Seite, vom Entwurf bis zum fertigen Bild. Wer den Prozess live mitverfolgen möchte, findet erste Einblicke auf Instagram unter anderem beim Baustellentagebuch mit unserer Lieblingshündin.
Wer dahintersteckt – strichcode art
Graffiti hat einen schlechten Ruf. Oft zu Unrecht, denn schnelle Schmierereien an fremden Wänden kosten nur Geld und Nerven und haben wenig mit echter Kunst zu tun. Doch leider prägen genau diese vermeintlichen „Kunstwerke“ das Bild, das viele von Graffiti haben.
Neben den illegalen Seiten hat Graffiti aber auch eine kreative, legale und vor allem künstlerische Seite, die kaum jemand kennt. Für uns ist Graffiti die Alternative zur beschmierten Wand: bewusst gestaltet, belebt sie Straßen und macht unser schönes Magdeburg noch abwechslungsreicher.
Strichcode art gibt Fassaden einen neuen Charakter und schützt sie gleichzeitig vor ungewollten Schmierereien. Wir sehen Graffiti ganz klar als Teil des Stadtbilds, nicht als Problem.
Das Team hinter strichcode art:
- Gordon Motsch
- Tobias Hildebrandt
- Thomas Severin
- Thomas Lang
- Christopher Motsch
Sobald das Motiv steht und die Wand fertig ist, gibt es hier natürlich Fotos und Hintergründe zum fertigen Kunstwerk.
