Umgang mit Tieren im Wohnalltag unserer Genossenschaft
Krähen auf dem Dach, Ratten am Müllplatz, die Katze auf dem Balkon: Tiere gehören zum Wohnalltag: gewollt oder auch nicht. Was viele Mitglieder beschäftigt: Wie gehe ich mit ungebetenen Gästen um? Was regelt die Hausordnung zur Tierhaltung? Und wie sieht nachhaltige Haustierhaltung in der Genossenschaft aus? Wir klären auf und geben ein paar vielleicht überraschende Antworten.
Wenn es oben krächzt und unten raschelt
Der Frühling kommt und mit ihm die Vögel. Was zunächst idyllisch klingt, täuscht. Denn wer in Magdeburg in den letzten Jahren aufmerksam aus dem Fenster geschaut hat, kennt das Bild: Krähen in großen Gruppen auf Dächern, Balkonen und Grünflächen. Laut, gesellig und meist sogar ziemlich selbstbewusst.
Saatkrähen und Rabenkrähen zieht es zunehmend in städtische Gebiete. Die Gründe liegen weniger in einer Explosion der Population als vielmehr in veränderten Lebensbedingungen auf dem Land. Weniger Brachflächen, dichterer Anbau auf den Äckern, abgedeckte Deponien – die Vögel finden in der Stadt schlicht mehr Nahrung als „auf dem Land“. Da wirken gepflegte Grünanlagen, kurz gemähter Rasen und offene Abfallbehälter wie ein einladendes Buffet: Die Saatkrähe gilt dabei als kluges, sozial lebendes Tier und passt sich urbanen Lebensräumen erstaunlich schnell an.
Geschützt & trotzdem ein Problem?
Wichtig zu wissen: Krähen stehen unter besonderem europäischem Schutz (§ 44 BNatSchG, EU-Vogelschutzrichtlinie). Nestentfernungen, Umsiedlungen oder Störungen während der Brutzeit sind gesetzlich nicht erlaubt, auch nicht auf Wunsch von Mitgliedern oder privaten Eigentümern. Die Bestände gelten regional als gefährdet, deshalb greift der Artenschutz hier besonders streng.
Die DSW hat deshalb bereits Kontakt mit dem Landesverwaltungsamt in Halle, der Oberen Naturschutzbehörde, aufgenommen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Regulierung oder Vergrämung solcher Vogelkolonien liegt ausschließlich im Zuständigkeitsbereich der Stadt Magdeburg und der Naturschutzbehörde. Dort entscheiden Fachleute über mögliche Maßnahmen. Die Genossenschaft selbst darf hier nicht eigenmächtig handeln.
Was unternimmt die Stadt?
Laut Rückmeldung der Stadt Magdeburg sind Krähenansammlungen im Stadtgebiet bekannt. Die Behörde prüft derzeit, ob und wo langfristige Vergrämungsmaßnahmen umgesetzt werden können. Solche Entscheidungen erfolgen immer standortbezogen und mit fachlicher Begleitung durch Ornithologen oder den Naturschutzdienst. Schnelle Lösungen? Die gibt es leider nicht. Denn der Artenschutz setzt enge Grenzen.
Gut zu wissen: Der Lärmpegel ist vor allem in der Brutphase im Frühling hoch und danach kehrt meist wieder etwas mehr Ruhe ein. Das macht es nicht angenehmer, wenn morgens um fünf das Konzert losgeht. Aber es hilft, die Situation einzuordnen.
Was Sie selbst tun können:
Müllbehälter geschlossen halten,
keine Essensreste offen liegen lassen und
Futterstellen für andere Tiere so gestalten, dass Krähen keinen Zugang finden. Das klingt simpel, macht aber einen spürbaren Unterschied. Wo weniger Nahrung liegt, ziehen die Vögel weiter.
Ratten Zuhause: kein Tabu, sondern Meldepflicht
Mindestens so unangenehm und sogar deutlich heikler wird es beim Thema Ratten. Sie tauchen dort auf, wo Nahrung, Unterschlupf und Nistmöglichkeiten zusammenkommen. Offene Mülltonnen, Essensreste in der Kanalisation, Speisereste auf dem Kompost: all das reicht um die laut Infektionsschutzgesetz als Gesundheitsschädlinge eingestuften Ratten anzulocken. Bei einem Befall auf dem eigenen Grundstück oder in Gemeinschaftsbereichen besteht eine Meldepflicht.
Das heißt konkret: Entdecken Sie Rattenkot, Fraßspuren oder sehen Sie mehrere Tiere, melden Sie das bitte umgehend Ihrem Hausmeister oder direkt der DSW. Auch die Hausordnung hält fest: Schäden und Ungeziefer sind unverzüglich zu melden.
Die gute Nachricht: Die DSW wartet nicht erst auf Ihre Meldung. Seit Jahren führen wir eine dauerhafte Rattenbekämpfung durch – in Zusammenarbeit mit der Firma SM Hygieneservice GmbH. Sechs Mal im Jahr überprüft das Fachunternehmen unsere Liegenschaften gezielt auf Schadnager. In den Gebäuden und zum Teil auch im Außenbereich stehen dafür spezielle Schadnagerstationen, die mit Ködern bestückt sind.
Sollte ein vermehrter Befall festgestellt werden, erhalten wir von der Firma umgehend Empfehlungen für zusätzliche Maßnahmen. Wir handeln also nicht erst, wenn es zu spät ist sondern systematisch und vorbeugend. Die Kosten dafür trägt die Genossenschaft.
Vorbeugen ist besser als bekämpfen
- Ganz ehrlich: wegsehen hilft nicht. Ein paar einfache Verhaltensregeln beugen einem Rattenbefall wirkungsvoll vor.
- Entsorgen Sie Speisereste ausschließlich in die dafür vorgesehenen Behälter. Nicht neben die Müllbox, nicht in die Toilette, nicht auf dem Kompost. Halten Sie Müllboxen und Müllräume sauber und verschlossen.
- Lagern Sie gelbe Säcke nicht offen im Freien.
- Füttern Sie keine Wildtiere in den Außenanlagen. Das ist laut Hausordnung in den Außenanlagen und Gemeinschaftseinrichtungen ausdrücklich verboten – aus genau diesem Grund. Wenn alle mitziehen, wird das Risiko kleiner und das ist echte Nachbarschaftshilfe. Ohne großen Aufwand, aber mit großer Wirkung.

Hund, Katze, Hamster: was geht, was nicht?
Jetzt zu den Tieren, die Sie sich ganz bewusst ins Leben holen. Rund 36 Millionen Haustiere leben in deutschen Haushalten. Darunter über 15 Millionen Katzen, rund 10 Millionen Hunde und Millionen Kleintiere. Die Liebe zum Tier ist groß. Das Wohnen in der Genossenschaft stellt aber ein paar Rahmenbedingungen auf, die das Miteinander regeln.
Die DSW-Hausordnung unterscheidet klar: Kleintiere wie Fische, Hamster, Vögel und Katzen dürfen ohne gesonderte Genehmigung gehalten werden, vorausgesetzt, sie leben artgerecht und niemand fühlt sich belästigt.
Für Hunde brauchen Sie eine schriftliche Genehmigung der Genossenschaft. Diese Genehmigung ist widerruflich, etwa wenn der Hund die Nachbarschaft stört oder die Haltung nicht artgerecht erfolgt. Die Haltung gefährlicher Hunderassen nach dem Hundegesetz Sachsen-Anhalt ist grundsätzlich ausgeschlossen. Eine Hundehaftpflichtversicherung ist Pflicht.
Katzen, Katzenstreu und gute Nachbarschaft
Katzen genießen etwas mehr Freiheiten. Aber auch hier gilt: das Halten darf keine Geruchs- oder Geräuschbelästigung hervorrufen. Katzenstreu gehört auf keinen Fall ins WC, denn das kann zu Verstopfungen in den Rohrleitungen führen, nicht nur in Ihrer Wohnung, sondern im ganzen Haus. Wer ein Katzennetz am Balkon anbringen möchte, braucht dafür die Zustimmung der DSW.
Was ist mit exotischen Tieren?
Exotische Tiere wie Schlangen, Papageien oder giftige Arten erfordern eine gesonderte Genehmigung. Hier spielen Sicherheitsauflagen und Haltebedingungen eine Rolle, die vorab nachzuweisen sind. Und ganz wichtig: Alle Regeln gelten auch für Tiere, die nur zu Besuch kommen. Der Hund der Schwester, die Katze der Freundin: auch sie haben keinen Freifahrtschein.

Nachhaltigkeit bei der Tierhaltung
Wer ein Haustier hält, kann auch im Kleinen etwas für die Umwelt tun. Ein paar Ideen, die sich leicht umsetzen lassen:
Spielzeug tauschen statt kaufen. Leinen, Betten, Kratzbäume: vieles gibt es gebraucht. Oder Sie basteln selbst: Alte Socken, Papprollen, zerknülltes Papier. Tieren ist die Saison oder das Aussehen des Spielzeugs egal. Hauptsache, es raschelt.
Pflege aus dem Küchenschrank. Balsam für beanspruchte Hundepfoten lässt sich aus Kokosöl und Bienenwachs selbst herstellen. Nachhaltige Tierhaltung bedeutet nicht Verzicht. Sondern: bewusster entscheiden. Schritt für Schritt. Und ja – auch das ist ein Stück genossenSCHAFtliches Denken.
Biofutter oder Futter mit transparenter Deklaration verringert den ökologischen Pfotenabdruck. Große Verpackungen statt vieler kleiner sparen Müll und für Hunde kann auch Futter auf Insektenprotein-Basis eine klimafreundlichere Alternative sein.
Herkömmliches Katzenstreu besteht oft aus mineralischen Rohstoffen, die im Tagebau gewonnen werden und nicht biologisch abbaubar sind. Pflanzliche Alternativen aus Holz, Mais oder Stroh sind ergiebiger und kompostierbar. Achtung:
Auch ökologisches Streu gehört mitsamt Kot in den Restmüll!
Hundekotbeutel überdenken: alternativ Beutel aus recyceltem Papier oder kompostierbare Varianten nutzen.
Tierhaare entfernt ein alter Haushaltshandschuh genauso gut wie die Fusselrolle – und produziert dabei keinen Müll.
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